Neue Spielfilme

Spielfilme spiegeln gesellschaftliche Themen wider, regen zum Nachdenken an oder dienen einfach nur der Unterhaltung. Um eine bestimmte Stimmung zu schaffen – setzt man zum Beispiel besondere Farben, Musik oder ungewöhnliche Kameraperspektiven ein.

Grüße vom Mars

Tom ist ein besonderes Kind. Sein Leben muss ganz klaren Regeln folgen: Beim Essen muss er immer rechts vom Kopfende sitzen. Der 10-Jährige hasst Veränderungen, Lärm und die Farbe Rot. Und wenn ihm etwas zu viel wird, zieht er seinen Astronautenanzug an. Tom ist Autist. Sein größter Wunsch ist es, einmal zum Mars zu fliegen. Aber bevor er als erster Mensch zum Mars fliegen kann, reist seine Mutter beruflich nach China und Tom muss die anstehende Mission „Reise zu Oma und Opa aufs Land“ meistern. Keine leichte Aufgabe, denn die liebenswürdigen, aber chaotischen Großeltern leben in einem ganz anderen Kosmos, in dem man noch „Dicke“ sagt und ohne WLAN auskommt. Ausgerüstet mit Raumanzug und Logbuch wagt Tom – gemeinsam mit seinen älteren Geschwistern – das Abenteuer.

Eine witzige und anrührende Komödie über die großen Ziele eines Außenseiters, dessen Anderssein zugleich seine heimliche Stärke ist und der zwei Generationen zusammenführt, die sich zunächst wie Wesen von fremden Planeten gegenüberstehen.

Sarah Winkenstette – Spielfilm – Deutschland 2024 – Laufzeit: 82 Minuten – Empfohlen: ab 8 Jahren

Schlagworte: Abenteuer, Angst, Autismus, behinderte Menschen, Behinderung, Familie, Forschung, Inklusion, Kinderfilm, Konflikt, Literaturverfilmung, Selbstvertrauen, Träume, Weltall, Ziele, Zusammenhalt

Die leisen und die großen Töne

Originaltitel: En fanfare

Thibaut ist ein berühmter Dirigent, der die Konzertsäle der ganzen Welt bereist. In der Mitte seines Lebens erfährt er, dass er adoptiert wurde und auch einen jüngeren Bruder hat, Jimmy, der in einer Schulküche arbeitet und Posaune in der Blaskapelle einer Arbeiterstadt spielt. Die beiden Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein. Nur in einer Sache sind sie sich einig: ihrer Liebe zur Musik. Thibaut ist beeindruckt vom musikalischen Talent seines Bruders. Er will die Ungerechtigkeit ihres Schicksals begleichen, seinem Bruder die eine Chance geben, die er nie hatte: sein Talent zu entfalten und mit dem kleinen Orchester einen nationalen Wettbewerb zu gewinnen.

Eine Geschichte, die sowohl im Kleinen als auch im Großen, im Privaten wie im Politischen überwältigt, berührt und vor allem unterhält. Benjamin Lavernhe (Birnenkuchen mit Lavendel) und Pierre Lottin sind brillant in dieser großen filmischen Erzählung von zwei Männern, die Brüder werden, und erst dadurch die Welt verstehen.

Emmanuel Courcol – Frankreich 2023 – 103 Minuten – Empfohlen: ab 14 Jahren (auch online)

Schlagworte: Adoption, Arbeiterklasse, Chancengleichheit, Identität, Lebenswege, Musik, Selbstfindung, Solidarität, soziale Ungleichheit, Talente, Unterhaltung, Verantwortung, Versöhnung

Bonhoeffer

Originaltitel: Bonhoeffer: Pastor. Spy. Assassin.

Der Film beleuchtet das Leben des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer und hebt Bonhoeffers tiefes ethisches Verantwortungsbewusstsein, seine Zivilcourage und Empathie hervor. Im Zentrum steht seine kompromisslose Haltung gegenüber Unrecht und seine Bereitschaft, persönliche Risiken für höhere moralische Werte einzugehen. Bonhoeffer folgt seinem inneren Kompass und setzt sich trotz großer innerer Konflikte und äußerer Gefahren für Gerechtigkeit ein. Seine Überzeugung, dass christlicher Glaube aktives Handeln gegen Unrecht erfordert, prägt sein Denken und Handeln im Widerstand gegen das NS-Regime.

Der Spielfilm BONHOEFFER ist eine irisch-belgische Filmproduktion mit prominent besetzten Rollen (Jonas Dassler, Moritz Bleibtreu, August Diehl, Nadine Heidenreich, Patrick Mölleken …).

Todd Komarnici – Belgien, Irland, USA 2024 – 132 Minuten – Empfohlen: ab 14 Jahren (auch online)

Schlagworte: Gewissenskonflikt, Glaube, Holocaust, Kirche und Staat, Märtyrer, Mut, Nationalsozialismus, Rassismus, Werte, Widerstand, Zivilcourage

Lars ist LOL

Originaltitel: LARS ER LOL

Am ersten Tag im neuen Schuljahr bekommt die elfjährige Amanda den Auftrag, sich um den neuen Mitschüler Lars zu kümmern. Lars hat das Downsyndrom. Die Klasse – und leider auch Adam, in den Amanda verliebt ist – bemitleidet und bespöttelt sie. Umso überraschter ist Amanda, als sich zwischen ihr und Lars eine beglückende Freundschaft entwickelt. Allerdings nur im Geheimen, denn Amanda kann die Angst, dass Lars sie vor den anderen blamiert, einfach nicht niederkämpfen. Erst recht nicht, als sie feststellt, dass bereits ein widerlicher Blog existiert, der hemmungslos über Lars herzieht und bald auch sie ins Visier nehmen könnte. Wird Amanda den Mut finden, für sich und ihre Freundschaft zu Lars einzustehen?

Eirik Sæter Stordahl – Norwegen 2021 – 90 Minuten – Empfohlen: ab 10 Jahren

Schlagworte: behinderte Menschen, Coming-Of-Age, Down-Syndrom, Gruppendynamik, Gruppenzwang, Inklusion, Klassengemeinschaft, Mobbing, Schule, Selbstfürsorge, Selbstinszenierung, Social Media, soziale Fürsorge, soziale Verantwortung